Kultur

Google Wörterbuch:

1a.

Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher Höherentwicklung

„die menschliche Kultur“

1b.

Gesamtheit der von einer bestimmten Gemeinschaft auf einem bestimmten Gebiet während einer bestimmten Epoche geschaffenen, Charakteristischen geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistung

„die abendländliche Kultur“

Mein Weg begann vor langer Zeit ohne das ich davon wusste. Ich habe nämlich nicht erahnen können, welch eine tiefe Frage ich mir gestellt hatte. Wer bin ich?

Ich fing im Westen an, gelang in den Osten und endete nicht im Süden, ich hätte ebenso im Osten anfangen können in den Süden übergehen und zum Westen gelangen können. Doch erst als ich begann zusammenzufügen, wusste ich, das ist erst der Anfang meines Seins und meiner Art zu entdecken. Ich nahm eine Form an, die in meiner Familie nicht üblich war und ist. Für mich war das halb so schlimm, ich begann zu verstehen, was mir alles fremd war, weil ich mich darin wieder fand, was ich bin und sein wollte. Also versuchte ich Schritt für Schritt das zu sein, was für mich, mein „ICH“ definiert. Ich konnte die Fremdheit in mit definieren und verstand für mich das Wort Fremdheit neu. Ich hatte eine lange Liste mit Worten. Es hat sich angefühlt wie in einer Wüste aufzuwachen, ich hatte Durst! -Ich blühte auf!

Meine Familie. Ich Liebe sie und bin ihnen stets dankbar für ihr annehmen. Ich danke ihnen jedes Mal fürs Annehmen meines Seins. Meinem Vater danke ich ganz besonders für seine Diskussionen. Er stellte schon immer die besseren Fragen, und wenn ich selbst keine Fragen mehr parat hatte, erlaube ich mir bei ihm vorbeizuschauen. #Danksagung #DankeMama

Während meiner Entwicklung, das heißt meiner Annahme und Anwendung von Wissen, dass ich mir Angeeignete hatte, war ich zum Hinterfragen verpflichtet. Ich hinterfragte die gelebte Kultur, die geschichtliche Kultur und den Osten und Westen. Im Endeffekt vertritt ich die Meinung ein Mischmasch zu leben, doch dem war nicht so. Es begann nämlich ein Zusammenfügen..

Als ich begann zu pendeln hat mein Mann gemerkt, dass ich gar keine richtige Kulturtasche besitze und immer kleine Täschchen benutze, die nie bis kaum ausreichten. Ich bekam eine Kulturtasche zu Geburtstag und mein Mann versicherte mir, dass es mehr über eine Persönlichkeit aussagt, als sich das die meisten Menschen bewusst sind. Sich zu reinigen ist eine Kultur, eine tiefe Kultur vor allem im Islam. Wenn man sich der Wichtigkeit des Wassers erst bewusst wird, staunt man darüber, welch Werte man eigentlich schätzen sollte.

Die Reinigung an sich wird großgeschrieben, davon abgesehen, ob es durch die Endung -ung ein Nomen geworden ist oder auch nicht. Sie bedeutet jedem praktizierenden Muslim ein Gottesdienst. Die rituelle Waschung vor dem Gebet das wir 5-mal am Tag verrichten ist verpflichtend, doch ist es nicht verpflichtend durchgehend rituell gewaschen zu sein. Es gibt zwei unterschiedliche rituelle Waschungen, die eine schließt den ganzen Körper ein und die „kleinere“ Reinigung schließt nur bestimmte Stellen ein. Früher hatte man noch keine Duschen oder gar Wasserleitungen und somit war es etwas komplizierter „schnell“ mal zu duschen. Das Leben bestand aus Handlungen, die schon längst in Vergessenheit geraten sind.

Kommen wir zum Hamam, ein Ort der Reinigung, Wärme, Sauberkeit, viel Dampf und für mich sogar ein Ort der Spiritualität. Der Dampf, der einem die Poren öffnet und man mit einem „Kese“, dem Peelinghandschuh die gestorbenen Hautzellen abreiben kann. Ein Effekt der einen neugeboren fühlen lässt. Man nahm saubere Kleidung mit, etwas Seife und andere persönliche Utensilien. Ohne „Kese“ kein Dampfbad!

Wohlhabende hatten meistens einen Hamam zu Hause und andere wiederum besuchten einen Hamam. Inzwischen wird der Hamam so wie ein Ausflug in die Sauna oder ins Schwimmbad gesehen, doch war es in einem und ist noch immer in bestimmten Kulturkreisen üblich und total selbstverständlich sich so zu waschen.

Ich kenne es aus dem türkischen Kulturkreis. Weil alle Frauen weite Kleidungen trugen und die meisten Frauen bedeckt waren lud man die zukünftige Frau seines Sohnes samt der Familie in dem Hamam ein, um etwas zu essen sich zu waschen und sich durch Unterhaltungen etwas näher zu kommen. Währenddessen hat man natürlich ebenso nachgeschaut, ob die Frau denn auch wirklich gesund und hübsch ist, ohne zu viel Haut zu sehen (nicht wie in der Sauna!)! Ein alter Brauch, der nun umgewandelt wurde in Junggesellenabschiede in engen Kreisen. Die meisten Frauen treffen sich mit den Freunden und lassen sich vor dem aufregenden Tag entspannen. Ein Spa auf orientalische Art oder eine Runde Erlebnis Bad im engen Kreis.

Von dem Wort Kultur, zur Kulturtasche und dem Hamam. 

Dies ist eine kleine alte Kulturtasche aus dem Osmanischen Reich, das ich geschenkt bekommen habe. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie ich dieses Stück Kultur in mir Trage!

Ich Liebe es Geschichte in den Händen tragen zu dürfen. Es ist ein Stück „Ruh“ in meinen Händen. #Seele

Ich Liebe es Geschichte in den Händen tragen zu dürfen. Es ist ein Stück „Ruh“ in meinen Händen. #Seele

Es lässt mich schmelzen und so fühlen, als könnte ich kurz in die Herkunft meiner Kultur reisen.

Wasser das fließt, die Tasche, die trägt, die Zeit, die vergeht und doch hinterlässt sie etwas, das wir Ordnung nennen voller Spuren der Seelen, die wir nicht benennen können.

Mögen wir die „Ruh“ entdecken die uns prägt und das zusammenfügen, das uns gemeinsam ausmacht.🌿

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