Vergesslicherweise aufbewahrt

16/05/2018 | No Comments
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Als ich vorhin begann zu schreiben, wollte ich ein anderes Bild teilen und begann es zu beschreiben.

Ein Bild, das ich in Österreich auf einem „Çiftlik” fotografiert hatte, so nennen wir das.

Ein „Çiftlik“ ist so was wie ein kleiner Bauernhof, ein Hof mit einem Bauern oder ein Bauer mit einem kleinen Hof und eigenen Tieren inmitten der Natur.

Letztendlich war es ein Grillrestaurant im freien mit etwas Heimatgefühl.

Wir waren umhüllt zwischen hochgewachsenen Bäumen, einem Fluss und einem großen Platz für unterschiedlichste Familien.

Ich mochte es die Umgebung in mich aufzuziehen und im Stillen alles zu analysieren.

Wenn man sich die Zeit zum Sehen nimmt, kann man die Liebe in der Natur wahrnehmen, wie sie ihrem Rhythmus treu bleibt. Es fasziniert mich wie eine so große Macht in Gelassenheit und Selbstverständlichkeit verborgen „vor sich hin“ lebt und wir laufen in unserem Alltag oft nichtmal an ihr vorbei und leben in Großstädten mit tollen Infrastrukturen vor uns hin.. 

In meiner Stille, umhüllt mich das Vertrauen, die Stärke und das Agieren in einem Team. Willkommen zu sein ohne jegliches notwendiges Wort, ohne Rechtfertigung oder Erklärung, keine Seiten von Gut oder Schlecht.. lediglich die Mitte und ein ausgewogenes Gleichgewicht.

Die Natur erinnert mich an Vertrauen, an das Vergängliche, das Weltliche und an das Sein der Liebe. Es erinnert mich an das stille Blut das von mir  unbemerkt und so selbstverständlich in mir fließt, während ich bin.

Oft stelle ich mir nach dem Wurf einer Murmel vor, wie sie in dem Licht glänzend zur Geltung kommt.

Vielleicht verstummt der Glanz in meiner Vorstellung und es wäre besser es zunächst einmal zu zulassen. Vorstellungen sind eine Brücke zu Erwartungen, die dir deinen Weg versperren können.

Auf dem Bild ist jeder unser verborgener Anfang geschrieben.
Es steht dort ﷽.

Der Schöpfer, den manche nicht benennen mögen.

Manchmal entdecke ich eine neu sichtbare Tür vor mir, das ich vor lauter Staunen kurz zögere daran zu glauben, was geschieht, immer und immer wieder. 

Oft erscheint mir der Widerspruch wie wir vor dem monotonen Alltag fliehen möchten aber einen geregelten Alltag befürworten, vermissen und es dann als Bedürfnis definieren. Wir fliehen im Grunde vor Geschehen das einen zum stehen bleiben bringt. Ich erkläre mir die Natur voller Weisheiten, und unendlichem Sein des Schöpfers.. verbindet man diese Schönheiten mit dem Alltag, entsteht durch meine Wahrnehmung schönes.

Das Monotone an sich beginnt einen zu bedrücken, wenn etwas ohne die Basis der Unendlichkeit durchlebt wird.. zwecklos nutzlos. Man verwandelt sich zu einem Produkt.

Ich schrecke jedes Mal davor zurück es in eine Schublade zu stecken und es in dem Sinne weg zu werfen, in dem ich es vergesslicherweise aufbewahre.

Das würde ich so beschreiben: Eine Problematik, die mich neuerdings oder seit längerem in meinem Leben stört, offenbart mir eine neue Fragestellung und bringt mich zum Hinterfragen.
Nehme ich mir keine Zeit und lebe die Routine des Meckerns aus und denke nicht daran etwas an der Problematik zu ändern, dann kann keiner einem  helfen außer man selbsr duch Allah.

Ich schrecke daher vor dem Aufstauen des Unausgelebten zurück und doch können wir manchmal nicht widerstehen..

Wiederstehen im Sinne erkennen und entdecken, uns fehlt oftmals die Kraft, zur Reflexion und vielmals das eigene Geständnis anzunehmen. Sich hinter Ausreden und Zeitmangel zu verstecken ist einfacher. Einfach ist nicht besser und schon gar nicht voller Zuträglichkeit.

Nutzt du nicht dein eigenes Sein, so wird es ein anderer nutzen und du wirst nicht messen oder erahnen könne wem, was und wieso du dich in der Lage/Situation befindest, in der du steckst. 

Trauen wir uns im Ramadan aus der Reihe zu Tanzen und uns Zeit zu schenken, eröffnende Zeit, reflektierende Zeit, ein kleiner oder großer Zeitraum, indem man die eigenen Interessen rauskramt und sich mit Gefühlen auseinandersetzt, die man intensiver realisieren möchte.

Ramadan erinnert mich an den Weg, den wir manchmal vor lauter Strömungen übersehen, und beginnen vergesslicherweise Reize aufzubewahren, die mit uns so sehr eins geworden sind, dass wir glauben, das es ein Teil von uns ist. Wir vergessen das wir uns selbst belästigen und belasten können es bedeutet Selbstüberwindung. Selbstüberwindungen setzen Trennungen voraus und Trennungen Erkenntnisse, Erkenntnisse setzen Zeit voraus und Beschäftigung.

Daher ist jeder Moment und ganz besonders der Ramadan für mich eine Einladung, bitte lasst uns nicht einfach sein, lasst uns werden und das voller Leidenschaft und Kraft.

Wir vergessen was wir im Keller aufbewahren und am Ende merken wir das es bedrückende und voller Energie geladener Zeit und Geschichte ist. Schaffen wir Raum und genügend Platz.

Wir müssen nicht immer alles schreiben lassen, wir können ja mal einen Blick auf das was geschrieben wird werfen, und im besten Fall mit agieren.

Dazu habe ich mir aus dem Buch die Sufis von Idries Shah ein ausschnitt ausgesucht mit einem Zitat von Dhu’l-Nun Misri

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