Zeit

28/08/2019 | No Comments
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Wir alle sind umhüllt und umgeben von ihr. Wir nutzen die Uhr, um den Tag zu planen, und wir orientieren uns an dem Kalender, um Pläne für die Zukunft zu schmieden. Wir versuchen etwas greifbar zu machen, das wir nicht besitzen und doch tragen wir stets das Gefühl in uns etwas in der Bedacht zu schmücken, das sich Ungewissheit nennt. -Zeit

Manchmal gehen wir fort, ab und an begeben wir uns hinaus und wandern, oftmals leben wir an demselben Ort und die Zeit in der wir uns befinden tut etwas mit uns. Die Zeit geht, läuft und fliegt unabhängig von uns, doch stets mit uns.

Was tut die Zeit mit uns und was genau könne wir nicht kontrollieren?

Klar trägt man als Mensch die Eigenschaft der Lenkung durch Entscheidungen in sich. Manche erkennen sie, andere wiederum leugnen oder belügen, manch andere Nehmen alles wahr und tragen nicht genug Mut zur Tat mit sich. Da treffen sich die Gegensätze und entscheiden sich spontan eine Tasse Kaffee zu trinken oder Çay.

Bei jedem Umzug den man vor hat und auch ebenso bei jeder Renovierung in den eigenen vier Wänden, muss man platzt schaffen, um etwas neu zu bestücken und zu prägen. Keiner kommt drumrum das alte Gerümpel mal „durch zu blättern“ und zu sortieren, es teils zu entsorgen. Ich denke an solchen Tagen und in diesen Momenten bekommt alles einen reflektierenden Nachgeschmack. Oftmals bereitet man sich auf so einen Umzug vor und tritt diese Reise schon durch die Planung an, manchmal da darf es auch anders kommen, eben durch das Unbestimmte das sich in der Zeit gegen unseren Willen wehrt. Und unsere Seele beginnt zu wachsen.

Nun ja, im besten Fall führt jegliche Reise zurück zu einem Selbst, egal wo man physisch ist. Mein Fahrrad auf dem Bild hat mich die letzten Wochen auf eine Zeitreise geschickt, zu einer Zeit wo sich das Unbestimmte gegen meinen unwissenden Willen gewehrt hat. Ich kann hier von einem passenden Zeitraum sprechen, der mich unerwartet fürsorglich umarmt hat und dadurch zu meiner Ankunft wurde. Denn als ich Fahrrad fahren gelernt hatte, habe ich das Bremsen viel später gelernt. Das führte dazu, dass ich immer viel zu lange gebraucht hatte, um zum Stehen zu kommen, und im Nachhinein einer Verschnaufpause benötigt habe.

Und so wie das Leben mit einem spielt, stehe ich nun wieder in einem Stück Verschnaufpause. Einige Taten haben sich versammelt und mich auf einmal besucht und ich muss nun einen Frühjahrsputz vor dem Herbst einlegen. Ich warte auf meine Ankunft, um ihr gastfreundschaftlich entgegenkommen zu können. Zeit für Reflexion.

Hallo Reflexion, wie geht es dir?

Wir danken jedem Sturz, weil sie uns erlaubt wieder aufzustehen, um uns einfangen zu können. Wir danken jedem der uns Böses will, weil wir durch sie unser Sein erreichen. Wir danken jeder Situation und dem Verursacher, weil sie die Schlüssel der bevorstehenden Tür sind. Und wir danken der Zeit, weil sie uns aufhebt und behütet. Wir danken der Zeit, weil sie in all ihren Phasen für uns etwas aufhebt und geben tut. Wir danken der Zeit, weil sie unser Schmied ist.

Ich wünsche jedem einen Weg zu finden, um zu sich selbst zurück pilgern zu können. Öffne dich dir selbst! #cihat

Denn lernen wir mit der Zeit zu schwimmen und mit ihren Wellen zu gehen, werden wir ganz bald und sicher dort ankommen, was wir Ankunft nennen.

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